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23.10.13: 64. Generalversammlung des Weltärztebundes verabschiedet revidierte Fassung der Deklaration von Helsinki

Die 64. Generalversammlung der World Medical Association (WMA), dem Weltärztebund, hat am 19. Oktober im brasilianischen Fortaleza eine revidierte Version der Deklaration von Helsinki verabschiedet. Diese Deklaration enthält ethische Prinzipien der medizinischen Forschung am Menschen und ist eines der wichtigsten Dokumente des Weltärztebundes.

"Wir wollen Teilnehmer von medizinischen Studien besser vor möglichen Gefahren schützen und ihnen im Schadensfall leichter zu ihrem Recht verhelfen", erklärte der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery in einer Presseaussendung vom 21. Oktober. "Die Deklaration definiert einen besseren Schutz, insbesondere für vulnerable Gruppen, fordert präzisere und spezifischere Anforderungen für Maßnahmen nach Abschluss einer Studie und zieht erstmalig den Aspekt von Kompensationen für Geschädigte mit ein", berichtete Montgomery. Neu sei auch die Forderung, dass jede medizinische Studie registriert werden sollte und nicht nur klinische Studien.

Die Bundesärztekammer hatte den Vorsitz der internationalen Arbeitsgruppe, die mit der Überarbeitung betraut worden war. Während des über zweijährigen Revisionsprozesses hatten die internationalen Experten und Interessensgruppen die Möglichkeit, im Rahmen von weltweiten Expertenkonferenzen und in einer zweimonatigen öffentlichen Konsultation ihre Änderungsvorschläge bei der Arbeitsgruppe einzureichen. Die Beteiligung war dabei so groß wie bei keiner Revision zuvor, so die Bundesärztekammer.

2014 wird das 50-jährige Bestehen der Deklaration von Helsinki gefeiert. Die revidierte Version der Erklärung ist im englischen Original auf der Internetseite des Weltärztebundes abrufbar.

Weitere Informationen:

Richtungsweisende Beschlüsse zu Homosexualität, Todesstrafe und Normierung der ärztlichen Berufsausübung

Bei der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes vom 16. bis 19. Oktober 2013 wurden neben der Verabschiedung der revidierten Version der Deklaration von Helsinki zur ethischen Forschung am Menschen wurden auch Beschlüsse zu den Themen Homosexualität, der Todesstrafe und zur Normierung der ärztlichen Berufsausübung gefasst.

"Homosexualität ist keine Erkrankung und bedarf deshalb keinerlei Heilung. Direkte und indirekte Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung sind allerdings häufige Ursachen für negative psychische und physische Erkrankungen." So fasste der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, in einer Presseaussendung vom 22.10.13 eine entsprechende Stellungnahme des Weltärztebundes zusammen. In dem Papier lehnten die Delegierten des Weltärztebundes sogenannte Reparations- beziehungsweise Konversionstherapien strikt ab. Diese seien nicht nur unwirksam, sie könnten sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken. "Eine große Mehrheit unserer internationalen Kolleginnen und Kollegen stimmten zu, dass diese Erklärung längst überfällig war", betonte Montgomery. Das Papier wurde von der Bundesärztekammer in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) erarbeitet und gemeinsam mit der französischen Ärztekammer und der British Medical Association beim Weltärztebund eingereicht.

In einer weiteren von der Bundesärztekammer erarbeiteten Stellungnahme unterstützt der Weltärztebund die Resolution 65/206 der Generalversammlung der Vereinten Nationen für ein Moratorium zur Nutzung der Todesstrafe. "Der Weltärztebund hat sich schon vor Jahren mit einer Erklärung gegen eine Beteiligung von Ärzten bei der Vollstreckung von Todesstrafen ausgesprochen. Mit dieser neuen Resolution demonstriert die internationale Ärzteschaft abermals, im Einklang mit dem Genfer Gelöbnis, ihren uneingeschränkten Respekt für das menschliche Leben", erklärte Montgomery.

Zudem hat die Generalversammlung des Weltärztebundes auf Initiative der Bundesärztekammer und der Ärztekammern Frankreichs und Spaniens eine Resolution zur Normierung der ärztlichen Berufsausübung beschlossen. Hintergrund sind Entwicklungen in der Europäischen Union, Standards in der Gesundheitsversorgung auch durch nichtmedizinische Normungsinstitute formulieren zu lassen. Diese verfügten weder über die berufsethische und medizinische Expertise, noch über das notwendige Mandat. Der Weltärztebund appellierte an Regierungen und andere politische Institutionen, die Normierung ärztlicher Leistungen durch nicht-medizinische Organisationen im Interesse der Patientensicherheit abzulehnen. Montgomery begrüßte das klare Signal des Weltärztebundes. "Die Sicherstellung der Patientensicherheit und einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung darf unter keinen Umständen in die Hände nicht-medizinischer Interessen gelegt werden", warnte er.

Die entsprechenden Stellungnahmen sind auf der Internetseite des Weltärztebundes im englischen Original abrufbar unter www.wma.net
 

Presseschau zu den Beschlüssen des Weltärztebundes

Nachfolgend finden Sie chronologisch sortiert einige ausgewählte verlinkte Artikel/Pressemitteilungen zu den Beschlüssen des Weltärztebundes.

Deklaration von Helsinki: Weltweite Bedeutung
Parsa-Parsi, Ramin; Wiesing, Urban
Kurz vor ihrem 50. Geburtstag präsentiert sich das wohl wichtigste Dokument des Weltärztebundes in einer überarbeiteten Version.
Deutsches Ärzteblatt 2013; 110(50) 13.12.13

Klinische Studien: Ärzte verschärfen Regeln für die Forschung am Menschen
Von Hinnerk Feldwisch-Drentrup
SPIEGEL Online 22.10.13

Deklaration von Helsinki: "Wir wollen Probanden besser schützen!"
Die Generalversammlung des Weltärztebundes hat sich am Wochenende neue ethische Regeln für klinische Studien gegeben.
Ärzte Zeitung online 22.10.13

»Viele Arzneimittelstudien sind nur auf Papier korrekt«
Pharmakonzerne der reichen Industrieländer testen neue Medikamente gerne in Drittweltländern. Ein Gespräch mit Christian Wagner-Ahlfs
Interview: Gitta Düperthal
JUNGE WELT 22.10.13

Weltärztebund gegen Stigmatisierung Homosexueller und gegen die Todesstrafe
AERZTEBLATT.DE 22.10.13

Weltärztebund: Homosexualität ist keine Krankheit
Beschlüsse der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes vom 16. – 19. Oktober 2013 im brasilianischen Fortaleza
PRESSEMITTEILUNG Bundesärztekammer 22.10.13

Deklaration von Helsinki: Studienteilnehmer besser vor Gefahren schützen
AERZTEBLATT.DE 21.10.13

Studienteilnehmer besser vor Gefahren schützen
64. Generalversammlung des Weltärztebundes verabschiedet revidierte Version der Deklaration von Helsinki
PRESSEMITTEILUNG Bundesärztekammer 21.10.13

WMA Condemns Portrayal of Homosexuality as a Disease
The persistent portrayal of homosexuality as a disease has been condemned by the World Medical Association along with attempts to treat it using so-called “conversion” or “reparative” procedures.
PRESSRELEASE World Medical Association (WMA) 21.10.13

WMA Publishes its Revised Declaration of Helsinki
Increased protection for people taking part in medical research has been proposed by the World Medical Association in changes to its Declaration of Helsinki.
PRESSRELEASE World Medical Association (WMA) 19.10.13

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